Butjadingen: Fünf ruhige Tage in Tossens an der Nordsee
Veröffentlicht am 8. Oktober 2026
Vom 28. März bis zum 2. April 2026 haben wir mit unseren beiden Töchtern, damals 10 und 13 Jahre alt, unseren Urlaub fünf Tage in Tossens auf der Halbinsel Butjadingen verbracht.
Wir sind ohne große To-do-Liste nach Tossens gefahren und wollten einfach ein paar ruhige Tage an der Nordsee verbringen. Ende März war es allerdings deutlich kälter, als ich gehofft hatte. Eine Wattwanderung haben wir deshalb direkt gestrichen und auch sonst einiges spontaner entschieden als geplant.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir am Ende genau die ruhigen Momente: unsere Wanderung durch den Langwarder Groden, mein Cappuccino mit Blick aufs Watt und die Abende bei Da Gianni, die für uns fast schon zum festen Ritual wurden.
Kurz und knapp
Fünf Tage Butjadingen, das waren für uns ruhige Tage in Tossens mit viel Nordseewind, Strand, einer wunderschönen Wanderung und einigen kleinen Orten, an denen wir gerne länger geblieben sind.
In drei Worten: ruhig, ehrlich, herzlich
Für wen ist Butjadingen ideal?
Für Menschen, die an der Nordsee eher Ruhe als Trubel suchen, gerne spazieren gehen und nicht jeden Tag ein großes Ausflugsprogramm brauchen.
Das erwartet dich in diesem Artikel:
unsere persönlichen Eindrücke aus fünf Tagen in Tossens
unser schönster Slow-Travel-Moment im Langwarder Groden
der Friesenstrand und mein Rückzug ins Café
ein Abstecher nach Fedderwardersiel
Fisch am Strand und unser Lieblingsitaliener Da Gianni
ein besonderer Zwischenstopp auf Rüters Eichenhof
Unser erster Stopp: Rüters Eichenhof in Ovelgönne
Bevor es für uns nach Tossens ging, haben wir auf der Hinfahrt Rüters Eichenhof in Ovelgönne besucht.
Die Familie kennen wir schon seit mehreren Jahren über unsere jüngere Tochter. Ihre Tochter und unsere waren gemeinsam im Kindergarten und später in der Grundschule. Vor rund zwei Jahren hat die Familie Schwelm verlassen und sich mit dem Hof in der Wesermarsch einen Traum vom Leben auf dem Land erfüllt.
Seitdem entsteht dort Stück für Stück wieder ein landwirtschaftlicher Betrieb. Mittlerweile leben auf dem Hof unter anderem Ziegen, ein Hund und natürlich die sogenannten Luxushühner. Ein Schwerpunkt liegt auf alten Hühnerrassen. Außerdem gibt es Eier und saisonale Produkte direkt vom Hof.
Nach und nach baut die Familie außerdem ein kleines Sortiment mit Produkten vom Hof auf. Dazu gehören unter anderem Äpfel, Apfelsaft, Eier, Gemüse, Kräutersalz und saisonal auch Tannengrün. Vieles entsteht direkt aus den eigenen Erträgen des Hofes und das Angebot soll Schritt für Schritt weiter wachsen.
Mir gefällt besonders, mit wie viel Arbeit und Leidenschaft die Familie dieses große Projekt angeht. Einen alten Bauernhof wieder aufzubauen und gleichzeitig Landwirtschaft zurück auf den Hof zu bringen, braucht schließlich Zeit und kostet viel Kraft und Geld.
Für uns war der Besuch auf Rüters Eichenhof in Ovelgönne ein schöner Start in die Reise und gleichzeitig der eigentliche Anlass, überhaupt einmal in diese Region zu fahren. Und für meine kleine Tochter ist der Kurzurlaub bei ihrer Freundin wie ein paar Tage in “Bullerbü”: ein Traum für jedes Kind und dann noch mit der besten Freundin :-).
Hier gehts zu Rüthers Eichenhof.
Unsere Ferienwohnung in Tossens
Von Ovelgönne aus sind wir weiter nach Tossens gefahren, wo wir für fünf Nächte eine Ferienwohnung gemietet hatten.
Die Wohnung hatte für uns vor allem ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sogar eine eigene Sauna. Das war für uns ein echter Pluspunkt. Wir sind alle vier große Saunafans, und wenn wir außerhalb der Sommermonate in eine eher kühle Region fahren, ist eine Sauna für uns fast schon das A und O.
Und Ende März an der Nordsee haben wir sie definitiv gebraucht.
Tossens selbst ist klein und überschaubar. Es gibt einige Restaurants und Geschäfte, den Friesenstrand und direkt im Ort auch den Center Parcs Park Nordseeküste.
Den Center Parcs wollten wir uns aus Neugier einmal ansehen. Wir waren ungefähr zehn Minuten dort, und ehrlich gesagt waren uns diese zehn Minuten schon zu viel. Für Familien, die Animation, Schwimmbad und viele Angebote auf engem Raum mögen, kann das natürlich genau richtig sein.
Für uns war es einfach zu voll und zu laut. Diese Art von Urlaub ist überhaupt nicht unsere Welt.
Wir waren deshalb froh, danach wieder draußen unterwegs zu sein.
Der Friesenstrand in Tossens
Der Friesenstrand liegt direkt am Deich und ist ziemlich weitläufig.
Es gibt dort einen großen Spielplatz und auch einen geschützteren Bereich für kleinere Kinder. Unsere Töchter waren eigentlich schon aus dem klassischen Spielplatzalter heraus. Trotzdem fanden sie den Spielplatz noch ziemlich cool und waren dort auch unterwegs.
Wie voll es hier im Sommer wird, kann ich nicht beurteilen. Ende März hatten wir jedenfalls mehr als genug Platz.
Generell sagt man ja, dass das Wetter an der See sich im Halbstundentakt ändern kann. So war es bei unserem Urlaub in Butjadingen auch. Oben seht ihr noch den Deich in Tossens bei mehr oder weniger blauem Himmel. Eine knappe Stunde später veränderte sich das Bild.
Meine Töchter und mein Mann waren deutlich kälteresistenter als ich. Meine Große lief sogar barfuß Richtung Watt, während ich irgendwann nur noch gefroren habe.
Während die drei noch draußen bleiben wollten, habe ich mir deshalb ein Café direkt am Deich gesucht, um in Ruhe einen Cappuccino zu trinken und mich wieder aufzuwärmen.
Ein Cappuccino im Il Giardino mit Blick aufs Watt
So bin ich im Il Giardino gelandet.
Ich habe mir dort einen Cappuccino mit Sahne bestellt und einfach eine Weile Richtung Watt geschaut.
Mein kleiner Rückzugsort am Deich: ein Cappuccino im Il Giardino
Eigentlich war dieser Moment gar nichts Spektakuläres. Vielleicht ist er mir gerade deshalb so gut in Erinnerung geblieben.
Während meine Familie noch draußen unterwegs war, saß ich dort in Ruhe und wurde langsam wieder warm. Für mich war das einer dieser kleinen Reisemomente, die oft viel länger hängen bleiben als die vermeintlich großen Highlights.
Langwarder Groden: unser schönster Slow-Travel-Moment
Wenn ich einen Ort von unserem Aufenthalt in Butjadingen besonders empfehlen würde, dann ist es der Langwarder Groden.
Dort gibt es einen ausgeschilderten Rundweg durch die Salzwiesen- und Deichlandschaft. Wir waren etwas mehr als eine Stunde unterwegs und sind ungefähr vier bis fünf Kilometer gelaufen.
Diese unendliche Weite mit Blick Richtung Nordsee hat uns unglaublich gut gefallen. Entlang des Weges liegen Salzwiesen und Deichflächen, und dazwischen begegnen einem immer wieder Schafe.
Teilweise liefen sie direkt am Weg entlang. Eines ging ganz selbstverständlich vor uns her, als hätte es dort eindeutig das Vorfahrtsrecht.
Auch von dieser Wanderung habe ich die meisten Fotos unseres Urlaubs. Die Landschaft ist sehr weit und ruhig. Wenn man im Alltag ständig mit Informationen, Terminen und vielen Reizen konfrontiert ist, kann so ein Ort unglaublich wohltuend sein.
Wanderweg Langwarder Groden
Fedderwardersiel: kleiner Hafen und Kaffee am AchterDeck
Einen weiteren kleinen Ausflug haben wir nach Fedderwardersiel gemacht bei endlich besserem Wetter.
Die Küste bei Fedderwardersiel an einem ruhigen Frühlingstag im März
Der Ort liegt ebenfalls in Butjadingen und hat einen kleinen Hafen mit Krabbenkuttern. Eigentlich wollten wir dort frische Krabben kaufen. An diesem Tag waren allerdings keine mehr da.
Also haben wir einfach einen kleinen Spaziergang durch den Hafen gemacht.
Ich habe mir beim AchterDeck (ein cooler Getränke Foodtruck) einen Kaffee geholt und wir sind noch etwas am Wasser geblieben. Von dort hat man einen schönen Blick über den Hafen. Auch hier war es weniger ein bestimmtes Highlight, das mir gefallen hat, sondern die Atmosphäre insgesamt.
Meine beiden Töchter kletterten auf die Steine Richtung Wasser, wir machten ein paar Fotos und haben einfach den Moment genossen.
Fisch essen am Friesenstrand
Wenn wir an der Nordsee sind, gehört Fisch für uns natürlich dazu.
Zwei- oder dreimal haben wir bei Fisch und Meer am Friesenstrand gegessen.
Das ist ein unkomplizierter Fischimbiss mit Selbstbedienung. Man bestellt seinen Fisch, holt ihn ab und setzt sich draußen an einen der Tische.
Uns hat es dort jedes Mal gut geschmeckt.
Schon bei unserem Aufenthalt Ende März war dort einiges los. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass man in den Sommerferien durchaus etwas Wartezeit einplanen sollte.
Mein persönliches Problem war auch hier weniger das Essen als die Temperatur. Für Ende März braucht man beim Essen draußen definitiv eine bessere Kältetoleranz als ich sie habe.
Da Gianni: unser Lieblingsort in Tossens
Wenn wir heute über unseren Aufenthalt in Tossens sprechen, gehört Da Gianni sofort dazu.
Mein Mann und unsere Töchter kannten das Restaurant sogar schon. Sie waren im Jahr zuvor bereits ohne mich einige Tage in Tossens gewesen. Ich konnte damals nicht mitfahren, weil wir zu Hause ein krankes Haustier hatten, um das ich mich kümmern musste.
Als wir nun gemeinsam bei Da Gianni ankamen, wurde mein Mann begrüßt, als hätte man sich erst eine Woche zuvor das letzte Mal gesehen.
Genau diese Herzlichkeit hat den ganzen Aufenthalt dort geprägt.
Wir waren schließlich jeden Abend bei Da Gianni essen. Nach kurzer Zeit fühlte es sich überhaupt nicht mehr an wie ein Restaurant, das man im Urlaub zufällig besucht, sondern eher wie ein Ort, an den man abends ganz selbstverständlich zurückkehrt.
Das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, aber noch mehr in Erinnerung geblieben ist mir die Atmosphäre. Es war herzlich, familiär und unkompliziert. Wir haben uns dort einfach wohlgefühlt.
Da Gianni ist außerdem Restaurant, Pizzeria und Eiscafé. Deshalb waren wir nicht nur abends dort. Einmal haben wir uns mittags draußen auf die Terrasse gesetzt und einen Affogato getrunken. Herrlich!
Für mich war Da Gianni tatsächlich eines der Highlights unseres Aufenthalts. Nicht nur wegen des Essens, sondern weil Gastfreundschaft einen Urlaub einfach verändern kann. Und genau dieses Gefühl hatten wir dort vom ersten Besuch an.
Neugierig auf Da Gianni? Hier geht es zum Restaurant.
Ein bisschen bummeln in Tossens
Tossens ist kein Ort, an dem man stundenlang durch Einkaufsstraßen laufen kann. Ein paar schöne kleine Geschäfte gibt es aber trotzdem.
Besucht haben wir unter anderem die Villa Küstenwind in der Nordseeallee. Schon das Gebäude selbst ist sehr schön. Im Laden gibt es Geschenkartikel, Deko, Schmuck und viele kleine Dinge, die gut zur Nordsee passen.
Außerdem waren wir im größeren Küstenkaufhaus gegenüber von Da Gianni.
Für einen kleinen Bummel zwischendurch reicht das völlig aus.
Was wir in Butjadingen nicht gemacht haben
Eine richtige Wattwanderung hatten wir ursprünglich durchaus im Kopf. Bei den Temperaturen war das für mich aber keine Option mehr.
Auch größere Ausflüge nach Bremerhaven oder Wilhelmshaven haben wir nicht gemacht, obwohl sich beides von Butjadingen aus gut erreichen lässt.
Wir haben die fünf Tage stattdessen sehr ruhig verbracht und sind meistens in der näheren Umgebung geblieben. Für unseren Aufenthalt hat das vollkommen gereicht.
Mein persönlicher Tipp: Für einen Sommerurlaub in Butjadingen würde ich persönlich etwa zehn Tage einplanen. Eine gute Woche würde ich für Tossens und die nähere Umgebung nutzen und zusätzlich ein oder zwei Tagesausflüge nach Bremerhaven oder Wilhelmshaven einplanen. Kürzer, wie in unserem Fall, geht natürlich immer :-).
Zwei Stunden Oldenburg auf dem Heimweg
Auf der Rückfahrt nach Nordrhein-Westfalen haben wir noch ungefähr zwei Stunden in Oldenburg verbracht.
Leider hatten wir an diesem Tag ziemlich schlechtes Wetter. Es war grau und regnerisch, sodass die Stadt bei unserem Besuch nicht gerade ihre beste Seite gezeigt hat.
Wir sind etwas durch die Altstadt gelaufen und haben trotzdem ein paar schöne Fotos gemacht.
Richtig begeistert hat mich Oldenburg bei diesem kurzen Besuch ehrlich gesagt nicht. Zwei verregnete Stunden sind aber natürlich auch keine besonders faire Grundlage, um eine Stadt zu beurteilen.
Ich würde Oldenburg deshalb durchaus noch einmal eine zweite Chance geben, aber eher im Frühjahr oder Sommer.
Unser Fazit zu fünf Tagen Urlaub in Butjadingen
Butjadingen hat uns wirklich gut gefallen.
Am besten in Erinnerung geblieben sind mir der Langwarder Groden, unser kurzer Ausflug nach Fedderwardersiel, mein Cappuccino am Deich und natürlich die Abende bei Da Gianni.
Mit dem Wetter hatten wir Ende März nicht besonders viel Glück. Mir persönlich war es für viele Aktivitäten draußen einfach zu kalt. Bei einem nächsten Besuch würde ich deshalb wahrscheinlich eine etwas wärmere Jahreszeit wählen.
Wer Ruhe, Deiche, Nordseeluft, kleine Häfen und Spaziergänge mag und nicht jeden Tag ein großes Ausflugsprogramm braucht, findet in Butjadingen viele schöne Möglichkeiten.
Für mich waren es am Ende vor allem die kleinen Momente, die von diesen fünf Tagen geblieben sind.
Häufige Fragen zu einem Urlaub in Butjadingen
Ist Butjadingen schön?
Ja, vor allem wenn du weite Landschaften, Deiche, das Wattenmeer und eher kleine, ruhige Orte magst. Uns haben besonders der Langwarder Groden und der kleine Hafen von Fedderwardersiel gefallen. Wer dagegen viel Stadtleben und ein großes Freizeitprogramm sucht, wird Butjadingen wahrscheinlich anders erleben.
Wie lange sollte man für einen Urlaub in Butjadingen einplanen?
Für unseren ersten Eindruck haben fünf Tage gut gereicht. Für einen Sommerurlaub würde ich persönlich etwa zehn Tage einplanen. So bleibt genug Zeit für Tossens und die nähere Umgebung und zusätzlich für ein oder zwei größere Tagesausflüge.
Was sollte man in Butjadingen gesehen haben?
Mein persönliches Highlight war der Langwarder Groden mit seiner weiten Küstenlandschaft und den Schafen direkt am Weg. Außerdem lohnt sich ein Abstecher zum Hafen von Fedderwardersiel und natürlich an den Friesenstrand in Tossens.
Wann ist die beste Reisezeit für Butjadingen?
Wir waren Ende März in Butjadingen und mir persönlich war es für längere Unternehmungen draußen noch zu kalt. Bei einem nächsten Besuch würde ich eher später im Frühjahr oder im Sommer fahren. Wer Wind und kühlere Temperaturen mag und es besonders ruhig haben möchte, kann aber auch die Nebensaison genießen.
Ist Tossens eher ruhig oder touristisch?
Unser Eindruck Ende März war insgesamt sehr ruhig. Rund um den Friesenstrand und den Center Parcs gibt es natürlich touristische Angebote, aber schon wenige Minuten entfernt findet man viel Weite, Deiche und ruhige Landschaft.